Wappenkunde

Stiften Sie Ihrer Familie ein eigenes Wappen

Familiennamen  bildlich  im Wappenschild und Helmzier verewigt , der Beginn  einer Tradition  für viele nachfolgende Generationen

Mitten des zwölften Jahrhunderts,  zwischen dem ersten und dem  zweiten Kreuzzug,  begannen die alten Rittersleute`, ihre Ausrüstung, vor allem die Schilde mit einfachen Figuren in kontrastreichen Farben zu kennzeichnen. Da der Helm des Ritters sein Gesicht verdeckt,  war dies die einzige Möglichkeit,  sich gegenüber seinen  Kampfgefährten (oder Gegnern)  zu identifizieren.
 
Im 14. Jahrhundert begann der Kaiser, Wappen  in Form  von Wappenbriefen  zu verleihen.  Häufig war damit die Erhebung in den Adelsstand verbunden. Mit der Aufhebung  aller Standesunterschiede
und Adelsvorrechte durch  die Weimarer Verfassung von 1919 wurde dieser  offiziellen Wappenverleihung  ein Ende gesetzt. Die Selbstan- nahme eines Wappens  ist beim Bürgertum  jedoch seit dem 14. Jahr-hundert üblich und  das Recht ein Wappen anzunehmen, gilt bis zum heutigen Tag.                                
Seit über 30. Jahren  befasst sich Wilhelm G: Gremmelmaier mit der Wappen - und Familienkunde „ Durch die Annahme oder Führung eines Wappen dürfen selbst und noch immer ist er  FASZINIRT von seiner Liebhaberei der Heraldik verständlich niemals die Rechte Dritter oder die Gesetze der Wappenkunde missachtet werden“, erklärt  Wilhelm G.Gremmelmaier,  Heraldiker aus Stutensee der seit 1983, sich mit der Wappenforschung in Österreich der Schweiz und in Deutschland, so-wie mit der künstlerischen Gestaltung von Wappen, Ahnentafeln und Stammbäumen befasst.

 ..Viele Familien tragen seit einigen Generationen ein Wappen, das eigentlich gar nicht zu ihnen gehört, nur  weil es den  selben Namen trägt. Meistens ist ihnen das gar nicht bewusst.
Ein in Archivunterlagen namentlich genannter Wappenträger muss aber nachweislich ein Vor- fahre sein. Es gibt über 300 Wappensammlungen  im deutschsprachigen Raum, die ich zu Rate   ziehen  kann“, sagt  Wilhelm G. Gremmelmaier,  diese  “Wappenforschung“  nimmt ein halbes Jahr  in Anspruch.
 
Wer für seine Familie ein neues  Wappen  be-gründen,  also selbst  zum  „Wappenstifter“   werden will,  hat die Wahl,   ob er Charakter-    istika von seinen Vorfahren in die Symbolik mit aufzunehmen  will,  oder ob er sich nur auf die                                                                                         Gegenwart bezieht.  „Ein Beruf  kann sich in der  heutigen Zeit ändern“,  meint  Wilhelm G. Gremmelmaier dazu,  „deshalb ist es besser",  typische Berufe der Vorfahren zu nehmen. Auch ein Wohnsitz bleibt nicht immer gleich, des-halb beizieht man sich besser auf den Geburtsort.

(zum Foto: Seit über 30. Jahren  befasst sich Wilhelm G. Gremmelmaier mit der Wappen - und Familien-kunde  und noch immer ist er  FASZINIERT von seiner Liebhaberei der Heraldik)

Ein Familienwappen besteht aus dem Schild  mit der Schildfigur,  dem Helm mit den Helmdecken, der Helmwulst  und der Helmzier. Bei der Motivfindung kann der Heraldiker sich nach alten,  Brauch bemühen,  ein  „ redendes“  Wappen  zu entwerfen, das den Familiennamen in bildlicher Form wiedergibt. So bietet es sich an,  einen Wappenstifter  namens „Ganter“  durch einen stilisierte Gänsekopf  im Schild und in der Helmzier zu  verewigen  oder eine  Familie „ Wulff “ durch einen Wolfskopf zu versinnbildlichen.                                                                                         Berufe lassen sich durch typisches Werkzeug symbolisch darstellen, die Heimat einer  Familie Beispiels- weise durch die Landesfarben deutlich machen.

„ Die heraldische Farbenskala enthält streng genommen nur vier Tinkturen: Rot,  Blau,  Grün,  und  Schwarz  sowie zwei Metalle, Gold  (Gelb) und Silber (Weiß)“, erläutert  Wilhelm G. Gremmelmaier  aus Stutensee - Büchig,   von Beruf  vormals Stabsfeldwebel a.D.- Städtischer Angestellter im Ruhetand,  Mitglied in verschiedenen heraldischen und genealogischen Fachvereinen  befasst  sich seit den  70er Jahren,  mit dem Hobby,  Wappen – und der Familienkunde.
    
 „Er sagt  es ist eine sehr schöne Freizeitbeschäftigung - mehr noch ist es eine Berufung  zum Heraldiker - und Genealoge“. Leider ist die  Heraldik - und Genealogie  nicht mit einem Beruf - Ausbildung oder mit einem Lehrstuhl  verbunden, um anerkannt  zu werden  muss  mahn sich eine langjährige Erfahrung zu Eigen machen.  Ein guter Heraldiker - Genealoge wird sich somit durch fachliches Wissen und  künstlerische Fähigkeiten auszeichnen.  Da  die  Berufsbezeichnung   „ Heraldiker – und Genealoge „ nicht geschützt ist,  tummeln sich in dieser Branche  auch sehr viele schwarze Schafe. 

Rund  300 anerkannte Heraldiker,  so lauten Schätzungen,  gibt es in der Bundesrepublik. Dazu kommen allerdings zahlreiche Firmen und solche  die im Eilverfahren  Wappen nach  Schablonen und  „ Schema F “  erstellen.


  Die von seriösen Wappenkundler in unserem Land nicht gerne gesehen werden.    Wilhelm G. Gremmelmaier  empfiehlt deshalb,  ein  neugeschaffenes Familienwappen sollten sie  registrieren lassen! Der §12 des Bürgerlichen Gesetzbuchs schützt den Familienamen. Das Recht am Familienwappen  wird  in der  Rechtssprechung analog dazu behandelt. Voraussetzung dafür ist der öffentlich dokumentierte Führunsan-spruch. Fast  jeder heraldische Verein in Deutschland  gibt ein Verzeichnis der neuge- schaffenen Familienwappen in Buchform –  die sogenannte  „Wappenrolle“ –  heraus.  Die Eintragung Ihres Wappen in die Wappenrolle „Der Wappen-Löwe“. Dieser eingetragene Verein der selbstlos tätig und erfüllt ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne des §52  der Abgabeordnung. Die vom  DLW  geführte Wappenrolle wird in der Regel 1-2 jährigen Auflag in Buchform herausgeben. Weiter erklärt er zuvor werde das neu gestaltete Familienwappen  vom Verein geprüft, um sicherzugehen, dass sie nicht bereits existieren, bevor sie freigegeben werden.    

 

„Neue Wappen müssen in die  klassische Symbolik des Mittelalters passen “,  meinte  Wilhelm G. Gremmelmaier,  der dem Symbolausschuss des Wappen - Löwen  Heraldischen Gesellschaft e.V. in München  angehört. „ Gegenstände aus dem modernen Leben wie Telefone, Eisenbahnen oder Computer harmonieren nicht mit Helm und Schild und sollten  allenfalls stilisiert ausgedrückt werden. Traditionelle Symbole für Kommunikation gibt es ja beispielsweise.“
(zum Foto: Wappen der Familie „Ganter“ Herkunft: Bayern Passau drei Flüsse Ilz, Donau  u. Inn ;Beruf: Kaufmann)

Die Nachfrage nach Familienwappen Stammbäumen und Ahnentafeln ist in den vergangenen Jahren stärker den je geworden,  stellt er fest.  „Der Familiensinn steht eben  immer mehr Vordergrund“,  meint er. „Aber während etwa in der Schweiz sowie in Österreich 90 Prozent der Bevölkerung ein Wappen trägt,  so auch ihre Wohnhäuser damit schmücken ist weithin  sichtbar,  sind es in der Bundesrepublik immer noch nur schätzungsweise zehn  Prozent.“  Immerhin gebe es im deutschsprachigen Raum runde eine Million Wappen.  Dabei  handle es sich allerdings teilweise um sogenannte „abgestorbene Wappen“  von Familien,  in denen es keine männlichen Nachkommen mehr gibt.

Wilhelm G. Gremmelmaier
  Heraldiker u. Genealoge