Wappen Schwindler nehmen zu

Das Geschäft mit der Eitelkeit !

Heraldiker beklagen: Schaden durch Ganoven - es gibt immer mehr Wappenschwindler, die gutgläubigen  Mitbürgern das Geld aus der Tasche ziehen und ihnen dafür „Heraldischen und Genealogischen Schrott“ anbieten.

„Es ist höchste Zeit,  zum Schutz der Heraldik und ihrem guten Ruf ein deutliches Wort zu sprechen“ sagt   Wilhelm G. Gremmelmaier  (66)  Stabsfeldwebel a.D. – Städtischer Angestellter im Ruhestand,  Mitglied in verschiedenen Fachvereinen. Ein „ Herold aus Stutensee “  spricht:  Pseudo- Heraldiker verursachten derzeit „enormen Flurschaden in der Wappenlandschaft“ und brächten eine sehr schöne Sache in Verruf.

 Beispiel: 
Nach sogenannter Wappenforschung präsentierten, Scharlatane mit der Post zugestellte Unterlagen,- Zeitschriften oder auf Messen ihren Kunden Bücher und Bilder  mit ihren Familienwappen,  sogar vor Ort am Computer  ihre  Familiengeschichte, Namensbeschreibungen und Wappen in Form von Kopien aus Büchern, die  im Grund  jedermann zugänglich sind – für teures Geld und der Zusicherung auf „ hohe Qualifikation “. Überladene Wappenschilde, Kronen, Schildhalter, obskure und nicht wissenschaftlich untermauert sollen Laien beeindrucken.
 
Dabei sollte – so  Gremmelmaier - heute wie zu Zeiten der Anfänge des Wappenwesens besser Einfachheit und Klarheit ein Wappen bestimmen. Wie ist die Rechtslage  und wie findet man den richtigen Weg durch (auch aus Eitelkeit) immer üppiger wuchernden  Wappen-Dschungel  unserer Tage?

Was früher im Wappenwesen obrigkeitlich gesteuert, erlaubt und nicht erlaubt war, gilt nicht mehr, seit 1860 das Heilige Römische Reich aufgelöst wurde. Heraldiker ist kein geschützter Berufsstand mehr. So wie jeder ein Wappen annehmen kann, kann sich jeder „Heraldiker“ nennen. Umso wichtiger ist es jetzt für alle Interessenten, sich  „vorher gründlich zu informieren“, sagt   Gremmelmaier.    Heraldische Bücher sind nützlich.

Dann beginnt die schwierige Suche nach einem seriösen und kompetenten Heraldiker wobei man sich in den Gelben Seiten, im Internet umschauen, oder an Fachvereine wenden sollte, der gemeinnützig und unkommerziell tätig ist. Ist ein  Wappen entworfen, das alle heraldischen, stilistischen und künstlerischen Ansprüche erfüllt, sollte man es  vor Nachahmung durch Eintragung in die Wappenrolle eines wissenschaftlich tätigen, gemeinnützigen Verein eintragen - schützen lassen.

Abstruse Wappenwünsche, auch solche gibt es „Neulich kam eine Anfrage über die Gestaltung eines Wappen - mit NS Symbolen - auf mich zu, ich hab es abgelehnt diesen Auftrag zu übernehmen“,  berichtet  

Heraldiker W. G. Gremmelmaier 
aus Stutensee.